Wie Arnika deinem Kind bei Verletzungen, Blauen Flecken und Entzündungen hilft | DIY Anleitung für eine Arnikasalbe

Wie Arnika deinem Kind bei Verletzungen, Blauen Flecken und Entzündungen hilft | DIY Anleitung für eine Arnikasalbe

Kleinkinder toben, rennen und fallen auch häufiger einmal hin. In der Regel bleibt nach den getrockneten Tränen ein blauer Fleck oder eine kleine Beule zurück. Aber Kinder müssen nicht einmal stürzen, um sich zu verletzen. Oft reicht schon das Stoßen an einer Tisch- oder Schrankkante. Denn Kleinkinder, die ihre Umgebung erobern, sind in ihrer Motorik und Koordination manchmal noch etwas unbeholfen. So kommt es schnell zu kleinen Verletzungen und blauen Flecken. Sobald du als Elternteil bei deinem Kind einen blauen Fleck oder eine Beule feststellst, solltest du handeln.

Ich zeige dir heute das Mittel der ersten Wahl, welches du zur sofortigen Behandlung einsetzt. Als besonderen Bonus erhälst du am Ende dieses Artikels ein kleines DIY von mir.

Arnika (syn. Bergdotterblume, Bergwohlverleih, Fallkraut, Kraftrose, Kraftwurz, Sankt-Luzianskraut, Wundkraut)

Die Arnika ist ein Korbblütler (Asteraceae) und fast nur noch in unseren alpinen Regionen zufinden. Wenn du achtsam spazieren gehst, kannst du Arnika noch hier zu Lande finden. Du kannst Arnika auch in deinem Garten anpflanzen.

Und so erkennst du die schöne gelbgold blühende Arnika Pflanze:

Die schöne Pflanze wird 20-60 cm hoch. An ihren dottergelben Blütenköpfen ist Arnica montana sehr leicht zu erkennen. Die Blütenköpfe erscheinen immer etwas „zerzaust“, denn die zahlreichen Strahlenblüten sind unregelmäßig ausgerichtet. Die Blüten sind 5-7 cm breit, goldgelb, endständig, einzeln und mit Röhren und Zungenblüten besetzt. Die Blütezeit ist Juni bis August. Weitere typische Merkmale der Arnika sind ihre grundständige Blattrosette und der behaarte Stängel, der meist nur ein oder zwei Paar lanzettliche, gegenständige Blätter trägt.

Verwendete Pflanzenteile

Zu den verwendeten Pflanzenteilen der Arnika gehören vor allem die getrockneten, ganzen oder teilweise zerfallenen Blütenstände bzw. Bütenkörbchen (Arnicae flos, Flos Arnicae). Für Aufgüsse, flüssige und halbfeste Darreichungsformen zur äußerlichen Anwendung werden auch die ganze Pflanze, geschnittene Pflanzenteile und Pulver aus diesem verwendet.

Wirkung von Arnika

Zu den relevanten Inhaltsstoffen der Arnika montana zählen in erster Linie das Helenalin, Flavonoide und ätherisches Öl. So ist diese Pflanze medizinisch Relevant bei Verletzungen von Haut und Muskulatur. Arnika wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und wundheilungsfördernd. Außerdem ist diese Heilpflanze sehr beliebt bei der Förderung der Abheilung von Blutergüssen und Schwellungen.

Anwendungsgebiete

Für die äußerliche Anwendung haben Arnikablüten nach wie vor eine große Bedeutung. Arnikablüten finden also äußerlich eine vielfältige Anwendung. Bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Verstauchungen und Blutergüssen hat sich Arnikasalbe bewährt. Weitere Einsatzgebiete sind oberflächliche Venenentzündung und Entzündungen nach Insektenstichen. Auch eine Mundspülung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut ist anwendbar.

Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass die innerliche Verwendung von Arnika-Zubereitungen eine toxische Wirkung (z. B. auf das Herz) hat. Dies ist deshalb phytotherapeutisch nicht mehr üblich.

Bei der arzneilichen Verwendung spielen Tinkturen und Salben eine große Rolle. In Tinkturen sind Arnikawirkstoffe in hoher Konzentration enthalten. Ein Extrakt aus der ganzen Pflanze steckt z. B. in Arnika-Salbe und Arnika-Gelee. Du kannst auch einen Arnika-Aufguss oder eine Mundspüllösung verwenden. Am Ende dieses Beitrags gebe ich dir eine super einfache Anleitung für eine DIY Arnikasalbe.

Tinkturen immer verdünnen!

Die Anwendung der unverdünnten Tinktur auf der Haut kann Ekzeme mit Bläschen hervorrufen. Zur äußerlichen Anwendung muss Arnikatinktur daher immer verdünnt werden.

Für die Herstellung von Umschlägen wird die Tinktur 3- bis 10-fach verdünnt, für Mundspülungen 10-fach, Salben enthalten maximal 25 Prozent Tinktur. Außerdem gibt es Arnika-Öl im Handel. Dieses Arnika-Öl ist auch Bestandteil von Salben mit einem Anteil von maximal 15 %.

Arnika homöopathisch

In der Homöopathie zählt Arnika zu den wichtigsten Heilpflanzen. Das homöopathische Mittel wird aus den getrockneten, unterirdischen Teilen der echten Arnika hergestellt. Es eignet sich für große und kleine Patienten in den Potenzen D6 und D12. Die klassischen Anwendungsgebiete von Arnika in der Homöopathie sind stumpfe Verletzungen wie Prellungen und Quetschungen mit Blutergüssen, Hexenschuss, Ischiasbeschwerden und Muskelkater. Nach einer Verletzung sollte Arnika innerhalb der ersten 24 Stunden eingenommen werden. Auch Beschwerden nach einer Zahnbehandlung können Arnikaglobuli lindern.

Arnika D6 unbedingt in der Hausapotheke für dein Kind griffbereit haben, denn bei blauen Flecken oder kleinen harmlosen Läsuren wirken Arnikaglobuli hervorragend.

Dosierung von Globuli je Dosis: Säugling: 1, Kleinkind: 3, Schulkind/Erw.: 5. Bei akuten Beschwerden anfangs 3- bis 4-mal viertelstündlich, danach stündlich, am 2. Tag alle 2 Stunden, ab dem 3. Tag 3-mal täglich anwenden.

Wann zum Arzt?

Neben den kleinen Unfällen beim Spielen und Toben sind auch Stürze auf den Kopf im Kindesalter unvermeidbar. Als Faustregel gilt, dass bei folgenden Zeichen die Kopfverletzung im Krankenhaus bzw. vom Arzt abgeklärt werden muss:

  • Bewusstlosigkeit nach dem Unfall,
  • Bewusstseinsstörungen,
  • starke Kopfschmerzen oder schwallartiges Erbrechen,
  • Blutung aus dem Ohr
  • bei kleineren Kindern: andauerndes Weinen und Schreien, das sich nicht beruhigen lässt, Kind wirkt verhalten
  • Schwindel, Ohnmachtsanfälle
  • apathisches Verhalten 
  • Knochenbrüche (die Selbstmedikation ersetzt nicht die Chirurgie)

DIY-Anleitung Arnikasalbe

Hier kommt dein Bonus: eine super schnell zubereitete DIY-Arnikasalbe.

Deine selbstgemachte Arnikasalbe kannst du bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Verstauchungen und Blutergüssen. Weitere Einsatzgebiete sind oberflächliche Venenentzündung und Entzündungen nach Insektenstichen.

Alle Zutaten für deine selbstgemachte Arnikasalbe bekommst du in deiner Apotheke vor Ort. Warum du deine Zutaten in einer Apotheke kaufen und worauf du bei einem Kauf deiner Zutaten achten sollst, habe ich dir in meinem Artikel über die Phytotherapie erklärt.

Materialien

Du benötigst für deine selbst gemachte Arnika Salbe

  • ein Wasserbad
  • ein entsprechend großes Gefäß für deine Zutaten
  • etwas zum Rühren
  • ein Leinentuch oder Filterpapier
  • Cremedose

Ist deine Salbe fertig, kannst du sie in eine Kruke oder Cremedose füllen. Bitte vergiss nicht diese Dose zu beschriften. Wichtig ist, der Name der Salbe und das Haltbarkeitsdatum.

Deine Arnika Salbe ist ab Herstellung ca 6 Monate verwendbar.

Zutaten

  • 2 El Kokosöl
  • 2 EL Arnikablüten
  • optional etwas Bienenwachs

Anleitung

Gebe nun das Kokosöl und die Arnikablüten in ein Gefäß und stelle dieses in das Wasserbad. Das Wasserbad auf ca 70 °C erhitzen um Keime abzutöten. Danach für ca 15 min auf 50 °C das Kokos-Arnika-Gemisch ziehen lassen. Anschließend dieses Gemisch in eine Cremedose mit einem Leinentuch oder Filterpapier filtrieren.

Tipp: Ist dir die Salbe mit dem Kokosöl zu weich, kannst du etwas Bienenwachs (ungefähr 1 El auf 2 El Kokosöl) schmelzen und zu deiner filtrierten noch warmen Salbe hinzufügen. Anschließend die Salbe per Rühren zum Abkühlen bringen.

Hier habe ich nun das Rezept für deine schnelle Arnika Salbe als Dokument zum Herunterladen und Ausdrucken für dich.

Ganz viel Spaß beim Herstellen.

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