Erkältung bei Babys und Kleinkindern schnell erkennen und richtig handeln

Erkältung bei Babys und Kleinkindern schnell erkennen und richtig handeln

Kinder können im Jahr 6 bis 10x an Erkältungen erkranken. Vor allem im Kleinkindalter scheinen Kinder jeden Infekt mitzunehmen. Das ist für die Eltern oft eine herausfordernde Zeit, für das Kind aber eine wichtige Erfahrung: Es setzt sich aktiv mit seiner Umwelt auseinander und bildet so sein Immunsystem aus, das ihm ein Leben lang gute Dienste leisten wird.

Auch Babys bzw. Säuglinge können krank werden. Der sogenannte Nestschutz, d. h. die mitbekommenen Abwehrkräfte der Mutter über Plazenta und Nabelschnur, hält meist nur bis zum dritten Lebensmonat. Zum Nestschutz gehört auch nur die Immunität gegen die Erreger, die das Immunsystem der Mutter schon einmal bekämpft hat.

Ich zeige dir, wie du eine Erkältung bei deinem Kind richtig zu erkennst. Außerdem erkläre ich dir die Besonderheit einer Erkältung bei Babys und Kleinkindern und gebe dir sanfte Tipps für die Genesung deines Kindes. Am Ende des Artikels habe ich dir aufgelistet, wann es unumgänglich ist, zum Kinderarzt zu gehen.

Das Immunsystem eines Kindes muss sich also erst entwickeln. Gleichzeitig ist der Schutzmechanismus in den Schleimhäuten noch nicht so weit ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Dieser entwickelt sich allerdings bei jeder Infektion weiter, sodass das Risiko mit der Zeit abnimmt. Infekte helfen dem Kind außerdem, seine Immun­abwehr zu stärken. Der Körper lernt in der Auseinandersetzung mit den Krankheitserregern, sich gegenüber der Außenwelt zu behaupten und abzugrenzen.

Ansteckung

Man könne annehmen, eine Erkältung kommt von Kälte. Doch nasskaltes Wetter ist keine direkte Ursache für eine Erkältung. Es begünstigt aber das Risiko eines Infekts, da der Körper bei Kälte die Durchblutung der Atemwege drosselt. Die feinen Blutgefäße ziehen sich zusammen und der kleine Mensch ist anfälliger gegen Erkältungsviren. In den Herbst- und Wintermonaten kommen Erkältungen bei Kindern daher sehr häufig vor. Ebenso wie Erwachsene stecken sich Kinder vor allem über die sogenannte Tröpfchen- und Schmierinfektion mit Erkältungsviren an. Die Übertragung der Viren geschieht häufig durch Kontakt mit anderen Kindern (z. B. in Krabbelgruppen und im Kindergarten oder zuhause bei den eigenen Geschwistern), beim Spielen mit gemeinsamem Spielzeug, durch nicht entsorgte Taschentücher oder ungewaschene Hände.

Symptome und Verlauf

In den ersten Tagen nach einer Ansteckung neigen Kinder häufig zu Müdigkeit, sie wirken niedergeschlagen und sind meist quengelig. Ab dem dritten Tag folgen erste körperliche Symptome wie leichtes Fieber, gerötete Augen, häufiges Niesen, auch Kopf- und Gliederschmerzen können vorkommen. An Tag vier bis sechs folgen weitere Zeichen für eine Erkältung, aus dem anfänglichen Halskratzen wird langsam trockener Husten und aus einer laufenden Nase entwickelt sich eine verstopfte Nase.

In der Regel dauert ein grippaler Infekt bei Kindern 7 – 9 Tage. Ein Husten kann noch etwas länger andauern. Es entwickelt sich meist ein festsitzender verschleimter Husten. Sollte die Erkältung länger andauern und die Symptome sich verschlimmern ist es ratsam, mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen. Am Ende des Artikels habe ich dir noch einmal wichtige Kriterien für einen Arztbesuch zusammengefasst.

Besonderheiten der Symptome bei Babys und Kleinkindern

Eine verstopfte Nase erschwert Babys die Atmung, so ist das Trinken für die Kleinsten sehr unangenehm. Bei Stillkindern kann dies dazu führen, dass sie nicht saugen wollen und dadurch weniger Abwehrstoffe aus der Muttermilch aufnehmen.

Kinder bis zu vier Jahren können noch nicht selber oder richtig schnäuzen. Daher musst du als Mutter besonders darauf achten, die Nase deines Kindes möglichst freizuhalten, damit es ausreichend atmen und trinken kann. Wir verwenden oft einen Nasensauger und Meersalznasentropfen. Da die verstopfte Nase zusätzlich für unruhigen Schlaf sorgt, empfehle ich herkömmliche Nasentropfen zur Nacht (Achtung: nur kurzfristige Anwendung und Altersangaben zur Dosierung beachten).

Kinder reagieren häufig mit hohem Fieber und haben durch das Schwitzen einen hohen Flüssigkeitsverlust. Dieser muss unbedingt ausgeglichen werden. Deinem Baby darfst du zusätzlich zur Muttermilch Wasser oder leicht bekömmlichen Tee geben.

sanfte Behandlungstipps

Während einer Erkältungsphase ist Ruhe und Schlaf wichtig für die schnelle Genesung. Ist dein Kind eher aktiv, achte jedoch auf leichte und schonende Aktivitäten. Wie oben schon genannt, ist ein Flüssigkeitsausgleich sehr wichtig, damit sich der Schleim in Hals- und Rachenraum besser lösen kann. Auch die Nährstoffzufuhr durch eine ausgewogene, leichte und vitaminreiche Ernährung ist während einer Erkältung sehr wichtig.

Eine trockene Umgebungsluft lässt die Schleimhaut in Nase und Rachen austrockne und begünstigt Halsschmerzen und eine verstopfte Nase. Ein feuchtes, kühles Raumklima erreichst du mithilfe einer Schüssel Wasser auf der Heizung. Dies ist hilfreich gegen einen entzündeten Hals und beruhigt den Reizhusten deines Kindes in der Nacht. Besonders wichtig sind Maßnahmen gegen die verstopfte Nase. Babys und Kleinkinder können noch nicht zwischen Nasen- und Mundatmung umschalten und atmen vor allem nur durch die Nase. Damit dein Kind dennoch gut Luft bekommt und schlafen kann, empfehle ich einen Nasensauger und Meersalznasentropfen. Bei sehr hartnäckigem Schnupfen rate ich gerne zu herkömmlichen Nasentropfen für die Nacht. Hierbei ist aber Vorsicht in der Länge der Anwendung und altersgerechten Dosierung geboten.

Mein Zusatz Tipp in der Apotheke sind Einreibungen. Einreibungen, entweder mit einer sanften Erkältungssalbe oder für erschöpfte Kinder mit Malvenöl, unterstützen den Genesungsprozess aktiv. Sie transportieren Wirkstoffe und Wohlbefinden. Außerdem ist eine Einreibung ganz automatisch ein Moment der Zuneigung. Mein Tipp, in kreisförmigen Bewegungen einreiben, dies gibt Hülle, Wärme und Raum.

Erkältungssalben, die ätherische Öle wie Menthol oder Campher enthalten sind für Säuglinge und Kinder unter drei Jahren nicht geeignet! Sie können Atemstillstand auslösen.

Achte über den gesamten Tag darauf, dass sowohl du dir selbst als auch dein Kleinkind sich regelmäßig die Hände waschen, um keine weiteren Erkältungserreger zu verbreiten. Gebrauchte Papiertaschentücher nicht in der Wohnung liegen lassen, sondern sofort entsorgen.

Zeit geben

Wichtig ist, dem Kind nicht nur Zeit für sein Kranksein, sondern auch zum anschließenden Gesundwerden zu geben. Deshalb der Tipp von mir: das Kind nicht zu früh in den Kindergarten, die Spielgruppe, zur Tagesmutter oder zur Schule zu schicken oder zumindest das Nachmittagsprogramm zu reduzieren. Geduld zahlt sich aus. Ich spreche hier auch aus eigener Erfahrung. Es ist wichtig, den Kindern nach Abklingen eines Infekts genügend Zeit zur Erholung zu geben. Bei Kindern die zu schnell wieder in eine Betreuung gebracht werden, steigt das Risiko einer erneuten Infektion oder gar eines Rückfalls.

Wann zum Arzt

Ein Besuch beim Kinderarzt ist unumgänglich, wenn dein Kind:

  • unter drei Monaten alt ist und hustet oder fiebert
  • einen schlechten oder ungewöhnlichen Allgemeinzustand zeigt und anteilnahmslos ist
  • Kind seit mehr als drei Tagen fiebert
  • Husten oder Schnupfen länger als eine Woche hat, welcher sich nicht bessert, sich verschlimmern oder wenn sich plötzlich wiederkehrendes hohes Fieber entwickelt
  • starke Atembeschwerden hat, schnell oder unter Schmerzen atmet
  • starke Schmerzen beim Husten in der Brust verspürt
  • unter plötzlich auftretenden bellenden Husten mit verminderter Atmung leidet, besonders in der Nacht
  • zusätzlich Durchfall oder Erbrechen bekommt
  • gelblich- grün oder blutigen Auswurf hat
  • über Ohrenschmerzen klagt
  • gelbe Eiterpünktchen auf den Mandeln hat und erneut hohes Fieber ausbricht
  • am Körper einen rot gepunkteten Hautausschlag hat

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