Phytotherapie – Die heilende Kraft der Pflanzen

Phytotherapie – Die heilende Kraft der Pflanzen

Die Phytotherapie ist wohl die älteste naturheilkundliche Methode. Sie war zu allen Zeiten und in allen Kulturen bekannt und wurde stets weiterentwickelt und verfeinert. Große Ärzte der Antike wie Paracelsus, Hippokrates und Galenus studierten die Pflanzen und entwickelten großartige Rezepturen.

Phytotherapeutika sind aus Pflanzen zubereitete Arzneimittel, die keine synthetischen Substanzen enthalten. Sie können als die ursprünglichsten Medikamente angesehen werden, da sie schon im Altertum Verwendung fanden. Beispiele für erfolgreiche, synthetisch hergestellte Medikamente, die ihren Wirkstoff der Pflanzenwelt verdanken, sind Morphin (aus der Mohnpflanze), Digoxin (aus dem Fingerhut) und das Schmerzmittel Aspirin, dessen Wirkstoff Acetylsalicylsäure auf die Weidenrinde (Salicis cortex) zurückgeht.

Die Phytotherapie berücksichtigt den Wirkstoffkomplex der ganzen Pflanze. Verwendung finden Wurzeln, Rinde, Grünteile, Blüten, Früchte und Samen. Die Wirksamkeit dieser Teile ist unterschiedlich und abhängig von der Jahreszeit, dem Klima, von der Tageszeit der Ernte und von den Bodenverhältnissen.

Die Wirkstoffe der Pflanze wurden im Verlauf ihres Lebens und ihres Wachstums durch verschiedene Stoffwechselvorgänge gebildet und gespeichert. Diese Stoffwechselprodukte können in Wirkstoffe und Ballaststoffe eingeteilt werden. Beide zusammen machen die Wirkkraft der Pflanze aus.

Zu den für mich wichtigen Wirkstoffgruppen gehören die ätherischen Öle, die Schleim- , Bitter- und Gerbstoffe und die Alkaloide. In der Pflanzenheilkunde werden ganze Pflanzen oder Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Früchte, Samen, Stängel, Rinden, Wurzeln) verwendet, einiges davon frisch, der überwiegende Teil getrocknet. Zur Anwendung kommen sie z. B. als Tee, Saft oder Tinktur, zu Tabletten gepresst, als Badezusätze, in Salben oder Cremes.

Heute sind ca. 3.000 Heilpflanzen bekannt. Viele davon findest du in meinem Heilpflanzenlexikon.

Aus etwa 500 Heilpflanzen werden heutzutage pflanzliche Arzneimittel hergestellt. In manchen Fällen werden Heilpflanzen als Ganzes oder in Teilen (Wurzeln, Blätter etc.) zu Heilzwecken verwendet, so wie Brennnesseln, Thymian und Ginseng. In anderen Fällen werden die wirksamen Inhaltsstoffe aus den Heilpflanzen isoliert und nur diese medizinisch eingesetzt.

Herzglykoside aus dem Fingerhut und Atropin aus der Tollkirsche sind Substanzen, die nur in einem engen Dosisbereich heilsam sind. Das heißt, eine geringfügig höhere Dosierung kann tödliche Folgen haben. Sie besitzen also eine geringe therapeutische Breite. Eine direkte Anwendung der Pflanzen Fingerhut und Tollkirsche wäre also wegen des schwankenden Wirkstoffgehaltes zu gefährlich.

Weil Phytopharmaka als Mehr- und Vielstoff­gemi­sche mit syn­ergis­tischen Ef­fekten der ver­schie­de­nen In­haltss­toffe ei­ne wirksame Einheit bilden, müs­sen sie die An­forderun­gen des Arzneimittel­gesetzes auf Qualität, Wirksamkeit und Un­bedenk­lich­keit er­fül­len. Sie besitzen ein breites the­rapeutisches und pharmakologisches Wirk­profil, weisen meist ei­ne große the­rapeutische Breite auf und sind oft ne­ben­wirkungsär­mer als syn­the­tisch hergestellte Arzneimittel.

Die Phytotherapie ist als alleinige Therapie nicht geeignet, organisch bedingte, schwere Erkrankungen zu behandeln. Hier kann sie lediglich begleitend in Absprache mit dem behandelnden Heilpraktiker oder Arzt eingesetzt werden. Für einige Heilpflanzen oder ihre Inhaltsstoffe wie Anthranoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside oder Schleimstoffe gibt es spezielle Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen.

Phytopharmaka sind in der Regel gut verträglich und nebenwirkungsarm. Fehler in der Dosierung, der Anwendungsart oder -dauer usw. können jedoch zu unerwünschten Neben- oder Wechselwirkungen führen. Manche Heilpflanzen können die Wirkung von chemischen Medikamenten beeinflussen. So kann etwa das pflanzliche Antidepressivum Johanniskraut die Wirkung der Verhütungspille, bestimmter Gerinnungshemmer und vieler anderer Arzneimittel abschwächen.

Deshalb gilt auch hier: Spreche vor der Anwendung in jedem Fall mit deinem Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker.

Geprüfte Qualität in der Apotheke

In vielen Artikeln hier auf Ganzheitlich Glücklich stelle ich Rezepturen und tolle DIYs für z. B. Teemischungen, Salben (z. B. Arnikasalbe) oder andere Anfertigungen ein. Möchtest du diese gerne nachmachen, achte bitte darauf, wo und von wem du deine Zutaten erwirbst. Viele Anbieter für Rezeptursubstanzen, Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel bieten im Internet Produkte an, welche gefährliche Mengen Blei, Quecksilber und Arsen und weitere gesundheitsschädliche Stoffe oder Pestizidrückstände enthalten.

Sei bitte vorsichtig bei dubiosen Kräuter­mischungen und Arzneien ungewisser Herkunft. Wenn diese an Apotheken vorbei vertrieben werden, gibt es weder eine Garantie für die Sicher­heit noch für die Qualität. Zubereitungen etwa aus dem Ayurveda oder der TCM werden oft als Nahrungs­ergänzungsmittel oder Vitaminprä­parate in Internetshops angeboten. Sie entgehen somit der behördlichen Arznei­mittelkontrolle. Nicht auszuschließen ist außerdem, dass die Präparate Teile von geschützten Pflanzen oder gar giftige Substanzen enthalten.

Zutaten am besten in der Apotheke kaufen

Du kannst dich vor Vergiftungen schützen, indem du deine Heilmittel oder Zutaten auf keinen Fall online kaufst, sondern in einer z. B. auf Ayurveda oder TCM spezialisierten Apotheke. Apotheken geben nämlich diese speziellen Arzneimittel oder Kräuter erst dann an ihre Kunden weiter, nachdem die Mittel im Labor auf ihre Sicherheit und Qualität geprüft wurden.

Außerdem wird bereits beim Wareneingang von einer erfahrenen Apothekenmitarbeiterin die Identität des Materials bestätigt. Deutsche Apotheken sind außerdem der Kontrolle durch Arzneimittelbehörden unterworfen. Diese überprüfen, dass die angebotenen Präpa­rate die vorgeschriebenen Qualitätsmerkmale auch tatsächlich erfüllen. Für dich bedeutet dies ein Maximum an Sicherheit.

Was hällst du von Phytopharmaka? Hast du schon welche angewendet, z. B. bei einer Erkältung?

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